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Gebäude werden geplant und gebaut. Und manchmal werden sie auch abgerissen. Beispielsweise, wenn sich herausstellt, daß sie mit Materialien gebaut wurden, die heute nicht mehr dem Anspruch an Gesundheit gerecht werden. Daß aber auch solche gesundheitlichen Begründungen vorgeschoben werden können, beweist dieser Beitrag.
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![]() Wiederaufbausituation "Berliner Stadtschloß" neben dem "Palast der Republik" |
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19. September 1990, Knall auf Fall wird der Palast der Republik in Berlin von einem Tag auf den anderen geschlossen. Man redet von Asbest-Gefahr. Seitdem dümpelt das Gebäude mit seinen tatsächlich kostbaren Innereien - Facilitäten - dahin, obwohl jeder weiß, was dies für eine noch intakte Gebäudesubstanz bedeutet. Seitdem wird bundesweit und international mit den widersprüchlichsten Methoden versucht, dieses teure Erbe der DDR mit seinem breitgefächerten Nutzungsangebot zu managen. Bisher vergebens.
Kuckucksei Dieses wahrliche Kuckucksei des anderen deutschen Staates im Nest der Bundesrepublik erweist sich nun auch noch als eine inzwischen tragische Zwickmühle: Was immer man damit anstellen möchte - und man muß damit etwas machen -, erweist sich so oder so, Liquidation oder Wiederbelebung, als unerschwingliche Investition. Dabei handelt es sich bei diesem Palast der Republik und seiner Konzeption um das international anerkannt Ideen- und angebotreichste, flexibelste und am besten angenommene Kulturzentrum der Welt mit einer maximalen Bevölkerungsakzeptanz, hinter der sich sogar das "Centre Pompidou" in Paris verstecken könnte. Dieser stimmige Vergleich führte dann auch dazu, daß weltweit eine öffentliche Diskussion ausbrach, wie und unter welchen Umständen der Palast der Republik noch zu halten sei. Zahlreiche Gutachten Dazu erschienen zahllose Fachartikel in Architektur- und Fachjournalen, es gab Diskussionen und Fachgutachten zu Architektur, Technik, Gesundheit, Management und Nutzung in den Architektenkammern der Bundesländer und in den -verbänden BDA, UIA und anderen. Umwelt- und Wirtschaftsinstitute, wie beispielsweise das UWI, meldeten sich zu Wort, Fachverbände und Technikerorganisationen (Utech, ADE u.a.) sprachen dazu in Symposien, Kolloquien, Talkshows etc. Auch die Fachverbände der Deutschen Bundesregierung berieten darüber in Sitzungen des Haushaltsausschusses des Bundestages in Bonn, in Bauausschuß-Sitzungen und in Sitzungen des Senates und der Fachausschüsse in Berlin. Die Diskussion ist noch nicht abgeschlossen und dauert bis zum heutigen Tage an. |
![]() Für Tagungen und Parteitage: Die Rund um-Nutzung des "Großen Saales" |
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![]() Nutzung des "Großen Saales" als Halbkreis inklusive des Ranges |
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![]() Der "Große Saal" für ein Fest - ohne Rang und ohne ansteigende Sitzreihen |
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Deshalb kommt nun nur mehr eine Sanierung des Palastes der Republik in Frage. Verfahren dafür gibt es reichlich, um die drohende Asbestverseuchung zu minimieren. Die Frage des Asbests ist sowieso eher politisch zu verstehen, weisen doch in Berlin zahllose Schulbauten, aber auch so berühmte Bauwerke wie beispielsweise die Philharmonie von Scharoun oder das Internationale Kongreßzentrum in ähnlichem Umfang Asbestbelastungen auf. Schon wegen dieser Vergleichbarkeit muß die abrupte Schließung des Palastes der Republik als politischer und kulturell schwerwiegender Irrtum betrachtet werden, der eine dringende Korrektur verlangt, auch deshalb, um das gewünschte Zusammenwachsen der Hauptstadt weiter zu fördern.
Die Ost-West-Feindlichkeit kommt in Berlin immer noch sehr deutlich zum Vorschein. Es gibt kein geeigneteres Ensemble, keine bessere Möglichkeit einer Initialzündung, als ein altes, neues "Centre Reunion" für diese kulturellen Hoheitsaufgaben.
Bildnachweis: Klaus Wever
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