28. Oktober 1997 (dpa)

Lob wäre peinlich

Walter Jens im Kranich-VerlagWalter Jens zu Hintzes Kritik an Grass

Die zum Teil heftige Kritik an der politischen Rede von Günter Grass zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels sollte nach Ansicht von Walter Jens nicht übebewertet werden. Den Schriftstellern rate er, darauf nicht zu erregt zu reagieren, sagte der Tübinger Rhetorik-Wissenschaftler und frühere Präsident der Berliner Akademie der Künste der Deutschen Presseagetur. Die Äußerungen des CDU-Generalsekretärs Peter Hintze, der Grass nach seiner Laudatio auf den Friedenspreisträger Yasar Kemal "itntellektuellen Tiefstand" bescheinigt hatte, offenbare erstens Schwäche und zweitens Unbedarftheit, meinte Jens. Von einer wieder zunehmenden Entfremdung zwischen Kultur und Politik will Jens aber nicht sprechen: " Man möchte ja nicht von jedem gelobt werden. Und es wäre schon einigermaßen peinlich, von einem Mann wie Peter Hintze gelobt zu werden.
Süddeutsche Zeitung 28.10.97 (dpa)

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